WIRKSAME BEWÄHRTE VERFAHREN FÜR EUROPÄISCHE HOCHSCHULALLIANZEN IM BEREICH DER BERUFLICHEN WEITERBILDUNG 

WIRKSAME BEWÄHRTE VERFAHREN FÜR EUROPÄISCHE HOCHSCHULALLIANZEN IM BEREICH DER BERUFLICHEN WEITERBILDUNG 

Am 3. Dezember nahmen 72 Mitglieder aus 18 europäischen Hochschulallianzen, darunter FORTHEM Europe, NeurotechEU, EU-CONEXUS, CHARM-EU, EURECA-PRO, ENLIGHT, Aurora, YUFE, Ingenium Alliance, EUniWell, EUNICE, Unite! Alliance, ATHENA, SEA-EU, PIONEER, EUt+, EDUC Alliance und Europaeum, an einemOnline-World-Caféteil, um bewährte Verfahren zum Thema berufliche Weiterentwicklung im Bereich Lehren und Lernen zu erörtern und auszutauschen.

World Café

 
Das World Café bietet den Teilnehmern eine wertvolle Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen und Ideen mit Kollegen zu diskutieren, wodurch eine Atmosphäre der Zusammenarbeit gefördert wird. Die Diskussionen unterstreichen das transformative Potenzial innovativer Lehrmethoden in der modernen Hochschulbildung sowie die immensen Möglichkeiten, die künstliche Intelligenz (KI) bietet, um das Lernen und Lehren sowohl für Lehrende als auch für Studierende zu verbessern. Interkulturalität wird als Mittel zur Förderung des Austauschs und des Verständnisses zwischen Menschen dargestellt. Die Teilnehmer sind sich zudem einig, wie wichtig die Erhebung von Daten ist, um die berufliche Weiterentwicklung zu unterstützen und Strategien zu erarbeiten, mit denen wissenschaftliche Mitarbeiter effektiv in die Bildung für nachhaltige Entwicklung eingebunden werden können. 

Zum Abschluss der Veranstaltung teilten die Teilnehmer einige Gedanken mit und tauschten Kontaktdaten über das MIRO-Forum aus. Eine kurze Auswertung ergab, dass die Teilnehmer die anregenden Diskussionen und den Erfahrungsaustausch in den Breakout-Räumen schätzten und es ihnen gefallen hatte, neue Leute kennenzulernen und wertvolle Kontakte zu knüpfen. 

„Vielen Dank für die Gelegenheit, unsere Erfahrungen zu teilen und gleichzeitig vom Austausch mit Kollegen aus ganz Europa zu profitieren. Eine wunderbare Initiative, und wir freuen uns schon darauf, an Ihrer nächsten Veranstaltung teilzunehmen. Wir haben so viele tolle Ideen mitgenommen.“ – Rada Mogliacci, Université Gustave Eiffel, PIONEER Alliance 

Eröffnung| Grundsatzrede von Katrine Moland Hansen (UiB)

Katrine Moland Hansen von der Universität Bergen hielt die Eröffnungsrede, in der sie die Entwicklung der europäischen Hochschulpolitik nachzeichnete. Sie hob die Vision von Jacques Delors hervor, die sie als „die Seele der Europäischen Union“ bezeichnete, und ging auf Meilensteine wie das Erasmus-Programm und die vorgeschlagene „fünfte Freiheit“ – den freien Wissensverkehr – ein. Hansen ging auf Herausforderungen wie langsames Wirtschaftswachstum, demografische Veränderungen und die Notwendigkeit höherer Investitionen in Bildung, Forschung und Qualifikationen ein. Sie skizzierte zudem Initiativen wie die europäischen Rahmenwerke für Abschlüsse und Qualitätssicherung, die darauf abzielen, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Innovation zu stärken. Obwohl die Finanzmittel aufgestockt wurden, wies sie darauf hin, dass ein Gleichgewicht zwischen nationalen Prioritäten, Rechtsreformen und EU-Integration hergestellt werden müsse, um transformative Ziele zu erreichen. Ihr Vortrag lieferte wertvolle Hintergründe für die Diskussionen im World Café.

Arbeitsgruppen 

Jeder Breakout-Raum begann mit mehreren 5-minütigen Vorträgen der Referenten, auf die eine interaktive Diskussion mit den Teilnehmern folgte. Wichtige Tools, Dokumente und Links wurden über ein MIRO-Board untereinander ausgetauscht.  

Workshop 1: Innovative Lehrmethoden und Lernumgebungen 

Im Rahmen der Sitzung „Innovative Lehrmethoden und Lernumgebungen“ stellten K. Niewalda (Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Deutschland) und A. Granberg (Abo Akademi University, Finnland) das CHARM-EU-Modell für hybriden Unterricht vor, eine aufschlussreiche Fallstudie zum hybriden Unterricht im Rahmen der CHARM-EU-Allianz. In ihrem Vortrag stellten sie innovative Strategien und praktische Erfahrungen in Lernumgebungen im Hybridformat vor, die darauf abzielen, das Engagement der Studierenden und die Lernergebnisse zu verbessern. Ergänzend dazu hielt R. M. Gray (Universität Bergen, Norwegen) einen anregenden Vortrag zum Thema „Writerly Teaching and Learning“, in dem er das Konzept der Förderung eines schriftstellerischen Ansatzes untersuchte, der Lehren und Lernen „in einem einzigen bedeutungsgebenden Prozess miteinander verbindet“. Diese Vorträge unterstrichen das transformative Potenzial innovativer Lehrmethoden in der modernen Hochschulbildung und lösten eine lebhafte Diskussion unter den Teilnehmern der Sitzung aus.  

Workshop 2: Digitale Transformation im Bildungswesen 

Die Sitzung „Digitale Transformation im Bildungswesen“ befasste sich mit der transformativen Rolle von KI und datengestützten Ansätzen im modernen Lehren und Lernen. Im Rahmen einer Reihe lebhafter Diskussionen und Fallstudien setzten sich die Teilnehmer intensiv mit transdisziplinären Aktivitäten auseinander, die räumliche Datenkartierung, Pädagogik und Sprachwissenschaft umfassten. Nataliia Lazebna (Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Deutschland) stellte Erkenntnisse aus einer Fallstudie zu datengestützten Methoden in einem Kurs zur Fremdsprachenmethodik an der JMU vor. Davitze Könning (Universität Utrecht, Niederlande) hob die Integration generativer KI in die berufliche Weiterbildung von Lehrkräften und in die Politikgestaltung hervor. Ana Elena Schalk (Trinity College Dublin, Irland) stellte einen offenen Kurs zur Nutzung generativer KI im Lehren und Lernen im Hochschulbereich vor und betonte dabei das immense Potenzial dieser Technologie für Lehrende und Studierende gleichermaßen. Die Sitzung endete mit der zum Nachdenken anregenden Aussage: „AI in Need is a Friend Indeed“ ( „KI in der Not ist ein wahrer Freund“), die die zentrale Rolle unterstreicht, die KI bei der Bereicherung der Bildung auf allen Ebenen spielen kann.

Arbeitsgruppe 3: Interkulturelle Kompetenzen und inklusive Bildung 

Die Sitzung zum Thema „Interkulturelle Kompetenzen und inklusive Bildung“ stellte verschiedene Initiativen und Methoden vor, die darauf abzielen, kulturelles Verständnis und Resilienz im Bildungswesen zu fördern. Natalia Marakhovska (Staatliche Universität Mariupol, Ukraine; Masaryk-Universität, Tschechische Republik) stellte Fallbeispiele vor, darunter „Förderung der Führungsrolle von Frauen in der ukrainischen Wissenschaft“ sowie ein interkulturelles Projekt zwischen der Staatlichen Universität Mariupol und der University of Hull (Großbritannien), bei dem ein intersektionaler und kulturell sensibler Ansatz verfolgt wurde. Rena Zendendel (Universität Utrecht, Niederlande) und Pricila Álvarez Cueva (Universität Barcelona, Spanien) erörterten die Konzeption eines Online-Moduls zur Stärkung der interkulturellen Kompetenzen von Studierenden, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf Erasmus-Studierenden und aufgrund des Krieges vertriebenen Lehrkräften lag, die im Ausland unterrichten. Die Sitzung hob Interkulturalität als Instrument zur Förderung des Austauschs, zur Stärkung des gegenseitigen Verständnisses und zur Stärkung des Selbstbewusstseins von Menschen in schwierigen Kontexten hervor. In den Diskussionen wurden zudem Modelle und Methoden wie das DIVE-Modell, bildende Kunst und „Slow-Looking“-Techniken erörtert, wobei die zentrale Rolle von Institutionen als Wegbereiter sowie die Bedeutung der Positionierung der Lehrenden für eine effektive Auseinandersetzung mit diesen Themen hervorgehoben wurden.

Arbeitsgruppe 4: Berufliche Weiterbildung im Hochschulbereich  

Die Sitzung „Berufliche Weiterentwicklung im Hochschulbereich“ brachte unterschiedliche Perspektiven zur Förderung und Stärkung der beruflichen Entwicklung von Lehrenden im Rahmen von Hochschulverbünden zusammen. Silvia Gallagher (Trinity College Dublin, Irland) stellte eine explorative Literaturübersicht vor, die die Vorteile interinstitutioneller Kooperationen für die berufliche Weiterentwicklung hervorhob und dabei auf Beispiele aus dem CHARM-EU-Projekt zurückgriff. Rada Mogliacci (Universität Gustave Eiffel, Frankreich) stellte die innovativen Praktiken des Zentrums für Innovation in Lehre und Lernen (CIPEN) vor, darunter die Befragung neuer Lehrkräfte und die Nutzung von Studierenden-Daten zur Gestaltung von Weiterbildungsmaßnahmen. Dr. Lilia Bespalaya (Universität Oxford, Großbritannien; Europaeum Alliance) hob Stipendienprogramme als Weg zur beruflichen Weiterentwicklung hervor. Im Mittelpunkt der Diskussionen standen kritische Fragen wie etwa, wie man neuen Lehrkräften helfen kann, zu Beginn ihrer Karriere die „Kampf-oder-Flucht“-Reaktion zu überwinden, wie man sie in Bildungsgemeinschaften integriert und wie man Bemühungen um berufliche Weiterentwicklung anerkennt und belohnt. Die Teilnehmer betonten die Bedeutung datengestützter Strategien und reflektierender Praktiken, um hervorragende Lehrleistungen zu fördern und langfristiges Wachstum zu unterstützen.

Arbeitsgruppe 5: Nachhaltigkeit im Hochschulwesen 

Die Sitzung „Transnationale und nachhaltige Bildung“ beleuchtete innovative Ansätze zur Integration von Nachhaltigkeit und transnationaler Zusammenarbeit in die Hochschulbildung. Mirne van der Cammen (Universität Utrecht, Niederlande) stellte den Katalog der transnationalen Online-Lernkurse von CHARM-EU vor, während Yuanfei Huang (Universität Montpellier, Frankreich) ein auf Herausforderungen basierendes, intensives Blended-Learning-Programm mit Schwerpunkt auf nachhaltiger Entwicklung präsentierte. Maria Theresa Dömling (Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Deutschland) stellte das WueLAB-Nachhaltigkeitslabor vor, das unter anderem alle Mitglieder der Universität mit dem Format „Transformations-Experimente“ dabei unterstützt, Nachhaltigkeitsideen auf wissenschaftlich fundierte und transdisziplinäre Weise umzusetzen. Caitríona Ní Shé (Trinity College Dublin, Irland) stellte Strategien vor, mit denen wissenschaftliche Mitarbeiter dabei unterstützt werden, die Prinzipien der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in die Lehrpläne zu integrieren. Judith Goris (Universität Gent, Belgien) regte Diskussionen über die virtuellen Mobilitätsangebote der ENLIGHT Alliance an, die Studierenden vielfältige internationale Lernmöglichkeiten bieten.

Im Mittelpunkt der Diskussionen standen praktische Aspekte wie die Einrichtung von Plattformen für virtuelles Lernen, die Einbindung des akademischen Personals in ESD-Initiativen und die Förderung der aktiven Beteiligung der Studierenden an nachhaltigkeitsorientierten Projekten. Die vorgestellten Beispiele inspirierten die Teilnehmenden, indem sie zeigten, wie Nachhaltigkeit nahtlos in die Bildung integriert werden kann, um einen Beitrag zu den SDGs zu leisten und gleichzeitig wichtige Kompetenzen bei den Studierenden zu entwickeln.

Im Rückblick auf die Veranstaltung insgesamt brachte Natalia Marakhovska (Staatliche Universität Mariupol, Ukraine; Masaryk-Universität, Tschechische Republik) ihre Begeisterung zum Ausdruck: „Ich hatte eine fantastische Zeit beim ‚World Café: Best Practices für europäische Hochschulallianzen in der beruflichen Weiterbildung‘, das von CHARM-EU organisiert wurde! Es war intellektuell bereichernd, mit 72 Teilnehmern aus 16 europäischen Hochschulen in Kontakt zu treten und innovative Strategien für die Hochschulbildung zu diskutieren. […] Ich hatte die Gelegenheit, Beispiele für erfolgreiche interkulturelle Projekte vorzustellen, insbesondere meine Zusammenarbeit mit der University of Hull, der Masaryk-Universität und dem Französischen Forschungszentrum für Geistes- und Sozialwissenschaften in Prag. Ich bin Dr. Nataliia Lazebna und ihren Kolleginnen und Kollegen sehr dankbar für ihre Führungsstärke und Professionalität bei der Organisation dieser großartigen Veranstaltung. Ich freue mich auf die zukünftige Zusammenarbeit und darauf, gemeinsam die Zukunft der Hochschulbildung zu gestalten!“

Abschluss und Reflexionen 

Im Hinblick auf künftige Online-Veranstaltungen mit dieser neu gegründeten Community äußerten die Teilnehmer Interesse daran, Fragen im Vorfeld einzureichen, mehr Zeit für interaktive Diskussionen einzuplanen und ein breiteres Spektrum sich überschneidender Themenbereiche zu erkunden.

Das erste Online-„World Café“ überhaupt lieferte wertvolle Einblicke in bewährte Verfahren zur beruflichen Weiterentwicklung im Rahmen europäischer Hochschulallianzen. Sein Erfolg hat CHARM-EU dazu veranlasst, die Durchführung dieser Veranstaltung jedes Semester in Betracht zu ziehen – ein Beleg für die Bedeutung dieses Austauschs im Zeichen der Zusammenarbeit.

Ein herzliches Dankeschön an alle Referenten und Teilnehmer, die diese Veranstaltung zu einem solchen Erfolg gemacht haben!