Der Kurs richtet sich an Masterstudierende, die sich für die Schnittstelle zwischen Geisteswissenschaften, Sozialwissenschaften und Ökologie interessieren. Vorkenntnisse in diesem Fachgebiet sind nicht erforderlich.
Klimawandel, Verlust der Artenvielfalt, Bodendegradation, Anstieg des Meeresspiegels, Plastikverschmutzung und eine Reihe weiterer globaler Umweltprobleme sind Teil unserer alltäglichen Realität geworden und zwingen uns dazu, die ewige, aber sich ständig wandelnde Beziehung zwischen Mensch und Natur zu überdenken. Ausgangspunkt des Kurses ist der Grundgedanke der kritischen Kulturwissenschaften, dass diskursive Praktiken im öffentlichen Raum die materielle Realität gegenseitig beeinflussen. Die Nachrichtenmedien, soziale Medien, die Massenkultur, aber auch unsere alltäglichen Praktiken spiegeln unsere Beziehung zur Umwelt wider, und eine fundierte Analyse dieser Praktiken kann uns helfen, die Ursachen der aktuellen ökologischen Krise zu verstehen sowie mögliche Anpassungs- und Eindämmungsstrategien zu erörtern.
Der Kurs besteht aus zwei Modulen. Zunächst werden wir verschiedene Formen, Akteure und Plattformen der Umweltkommunikation (z. B. Nachrichtenmedien, politische Kommunikation, popkulturelle Artefakte, soziale Medien usw.) sowie mögliche Methoden zu deren Analyse (z. B. rhetorische Analyse, kritische Diskursanalyse) betrachten. Anschließend werden die Studierenden in Gruppen daran arbeiten, die lokale Ausprägung eines globalen Umweltproblems zu identifizieren, das im weiteren Verlauf des Kurses im Rahmen eines Projekts behandelt werden soll. Das forschungsbasierte Projekt zielt darauf ab, die materiellen und diskursiven Aspekte des Problems sowie die Akteure, die es prägen, zu untersuchen und dabei die drei Säulen der Nachhaltigkeit zu berücksichtigen. Im Anschluss an die eingehende Untersuchung des Themas müssen die Studierenden einen Aktionsplan formulieren, der zur Lösung oder Eindämmung des Problems führen könnte. Der Kurs zielt darauf ab, die Studierenden durch ein Projekt ihrer eigenen Wahl und nach ihren eigenen Interessen mithilfe von Kommunikationsinstrumenten in den basisorientierten Umweltaktivismus auf lokaler Ebene einzubinden.
Einführung – 02.10.
Überblick über den Lehrplan des Kurses, Erläuterung der wichtigsten Anforderungen und der Rahmenbedingungen für die Gruppenprojekte. Einweisung in Online-Tools für das Lernen und die Kommunikation, z. B. Hilfsmittel und Ressourcen für die Projektarbeit, Kursthemen, Literaturverzeichnisse usw. Erläuterung der Bewertungskriterien.
Wie lässt sich „Umwelt“ definieren? – 02.17.
Video verfügbar: Natur als Konzept
Ein historischer Überblick über kulturelle Veränderungen hinsichtlich des Natur- und Umweltbegriffs. Welche wirtschaftlichen, sozialen oder ökologischen Prozesse haben das Verhältnis zwischen Mensch und Natur geprägt? Warum ist die Idee der Ausbeutung und Beherrschung der Natur (d. h. das kapitalistische Wirtschaftssystem) in Europa so tief verwurzelt?
Eine Einführung in das Fachgebiet der Umweltkommunikation – 24.02.
Im Gegensatz zu kritischen Kategorien sozialer Unterdrückung und Ungleichheit wie Rasse, Geschlecht oder Klasse ist das Thema Natur erst spät in den Fokus der Kulturwissenschaften gerückt. Was ist der Grund dafür? Womit befasst sich Umweltkommunikation, was sind Ökokritik und grüne Kulturwissenschaften? Die pragmatischen und konstitutiven Funktionen der Umweltkommunikation. E
Forschungsmethoden – 03.03.
Von der Ökokritik über die kritische Diskursanalyse bis hin zur rhetorischen Analyse. Ein Überblick über die gängigsten Forschungsmethoden zur Analyse des Umweltdiskurses.
„Der Natur geht es gut“ – die extreme Rechte und die Umwelt – 03.10.
Autoritäre und populistische politische Konstellationen sind weltweit auf dem Vormarsch, was alarmierende Folgen für die Umwelt hat. Untersuchung der Gemeinsamkeiten dieser Regime hinsichtlich ihrer Umweltpolitik und ihrer ideologischen Verbindungen zum Nationalismus sowie ihres ambivalenten Verhältnisses zum neoliberalen Kapitalismus.
Projektaufbau – erste Gruppenpräsentation – 17.03., 24.03.
Greenwashing vs. Greenpeace – 14.04.
Natur in der Massenkultur – 21.04.
Wir untersuchen, wie Natur kulturell durch verschiedene popkulturelle A
symbolisch konstruiert wird
Gruppenarbeiten und deren Präsentationen – 28.04., 05.05.
Zusammenfassung 12.05.
„Am Ende des Kurses wird der Lernende in der Lage sein, jede Form der Umweltkommunikation zu verstehen und kritisch zu hinterfragen.“
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Gruppenarbeit, Gruppenpräsentation, strukturierte Diskussionen, Seminare
Zeugnis